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Schwerpunktthema

Nr. 1 (2017): Sexualität

Regulating Desire: The Impact of Law and Policy on Demand for Sexual Exploitation in Europe

  • Amy Weatherburn
  • Chloé Brière
Eingereicht
March 14, 2018
Veröffentlicht
March 14, 2018

Abstract

Prostitution war immer schon ein sehr sensibles Thema für nationale Gesetzgeber, die für deren Regulierung oder Verbot zuständig sind. Während in einigen Staaten die Entscheidung getroffen wurde, Prostitution als eine reguläre Aktivität zu behandeln und zu regulieren, ist sie in anderen Staaten verboten. Unabhängig von der Rechtsstellung der Prostitution im jeweiligen Staat kann es sich dabei auch um einen Fall von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung handeln, wenn alle Tatbestandselemente erfüllt sind. Menschenhändler können gesetzliche Bestimmungen, die die Prostitution regulieren umgehen und sexuelle Dienste ausserhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens anbieten. In Staaten, in denen Prostitution verboten ist, können sie Gesetzeslücken und Ausweichmöglichkeiten finden, um illegal sexuelle Dienste anzubieten. Wenn man berücksichtigt, dass Menschenhandel eine gravierende kriminelle Gefahr darstellt und die Opfer schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen erleiden, sind Anstrengungen nicht nur im Bereich des Opferschutzes und der Verfolgung der Täter, sondern auch im Bereich der Prävention erforderlich. Dieser Beitrag behandelt einen spezifischen Aspekt der Prävention: Die Nachfrage nach sexuellen Diensten und wie mit dieser umzugehen ist. Nationale Strategien und Gesetze zur Prostitution können sich auf diese Nachfrage auswirken, z.B. wenn in manchen Staaten die Kriminalisierung der Inanspruchnahme sexueller Dienste potentielle Kunden davon abbringen kann, solche Dienste in Anspruch zu nehmen. Wie am besten mit der Nachfrage für sexuelle Dienste umzugehen ist, bleibt ein sehr sensibles Thema. Mangels verbindlicher Verpflichtungen auf internationaler oder europäischer Ebene verfügen nationale Gesetzgeber über einen sehr weiten Ermessensspielraum. Um die Lücke in der Erforschung dieses Gegenstands zumindest teilweise zu füllen, liefern die beiden Autoren eine rechtsvergleichende Analyse der nationalen Gesetzgebungen in ausgewählten Staaten und präsentieren erste Ergebnisse betreffend die Auswirkungen nationaler Strategien und Gesetze zur Prostitution auf die Verbreitung des Menschenhandels.